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Vitamin D 
Vitamin D3 ( = Colecalcipherol)
Funktionen:
Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphor aus dem Magen-Darm-Trakt und stimuliert die Einlagerung von Mineralien
und den Aufbau von Knochen und Knorpel.
Vorkommen:
Einziges Lebensmittel, das Vitamin D in großen Mengen enthält, ist Lebertran. Es enthält bis zu 370 µg Vitamin D3 pro 100 g.
Geringere Mengen enthalten Eigelb, Milch und Milchprodukte sowie Muskelfleisch. Die anderen Lebensmittel sind eher arm an
Vitamin D3. Die benötigten 400 I.E. pro Tag sind z.B. in 12 l Milch, 1,5 kg Vollfettkäse, 8 Eiern, 200 g fettem Seefisch, 4 g Lebertran
oder 500 g Leber enthalten.
Bedarf:
Die empfehlenswerte Höhe der täglichen Zufuhr liegt bei:

Personengruppe

Vitamin D pro Tag

Vitamin D in
Internationalen Einheiten

Säuglinge und Kinder

10 µg

400 I.E.

Jugendliche

10 µg

400 I.E.

Erwachsene ab 19 Jahren

5  µg

200 I.E.

Schwangere

10 µg

400 I.E.

Stillende

10 µg

400 I.E.

Wichtige Hinweise:
Eine stark erhöhte Zufuhr (ca. 5 -20 facher Bedarf) kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Daher sollten die empfohlenen bzw. verordneten Mengen auf
jeden Fall eingehalten werden.
VitaminD für Mediziner   Syn.: Calciferol, antirachit. Faktor
Sammelbegriff (»D-Gruppe«) für fettlösl., photosensible Sterinderivate; insbes. die Vit. D2 u. D3 (Ergo- bzw. C[h]olecalciferol = Ercalciol bzw. Calciol)
sowie - als deren natürl. Provitamine - das Ergosterin u. 7-Dehydrocholesterin, aus denen sie in der Haut unter UV-Einwirkung entstehen; in der Leber wird 25-Hydroxycholecalciferol (= Calcidiol) u. in der Niere 1,25-Dihydroxycholecalciferol (= Calcitriol, der wirksamste Metabolit) gebildet (Formel). Im Körper
erfolgt Speicherung; tgl. Bedarf 2-10 <my>g; bei Überdosierung (»D-Hypervitaminose«) Vergiftungssymptome, Ca-Mobilisierung mit Hyperkalzämie u. -urie; Hypophosphatämie u. Nephrokalzinose; ferner Hyperazotämie, Citratanstieg, Verminderung der alkal. Phosphatase, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Obstipation,
evtl. Dystrophie; intensive Verkalkung der Epiphysen; Therapie: Absetzen der D-Medikation, kalk- u. milchfreie Kost, Cortison (als D-Antagonist).
- Natürl. Vork. des D3 in tier. Geweben, Leberölen aller Fische, Hühnereiern, Milch, Butter. - Die intestinal angebotenen Vorstufen unterliegen normaler
Fettresorption. Mangel führt zu Mineralisationsstörungen, beim Säugling u. Kleinkind zu Rachitis, beim Erwachsenen zu Osteomalazie u. zu sek. Hyperparathyreoidismus. - Eine konstitutionelle D-Überempfindlichkeit 
(mit D-Hypervitaminose-Symptomen) wird v.a. bei Immobilisierung, verlangsamtem Wachstum u. Dystrophie manifest; selten auch als fam. Syndrom infolge ungenügender hepat. D-Inaktivierung (Steroidabbaustörung?). Einheiten: 1 IE ~ 0,025 <my>g Vit. D2 bzw. D3 (internat. Referenzpräp.) = 1 U.S.P.;
1 mg D2 bzw. D3 ~ 40 000 IE, 1 mg D4 ~ 20 000 bis 30 000 IE; 1 klin. E. ~ 15 IE; 1 prophylakt. E. = 0,38 IE; 1 Schutzeinheit = 0,125 IE;
1 Schutzeinheitsdosis (»S.E.D.«) = 0,5 IE.
Vitamin D dient der Knochenbildung und sorgt dafür, daß Kalzium und Phosphor in unsere Zähne und Knochen eingebaut werden. Unter dem Einfluß
von UV-Strahlen kann das "Sonnen-Vitamin D" in unseren Knochen eingelagert werden. Schon täglich 10 Minuten Sonne auf Gesicht und Hände genügen dafür.
Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 5 Mikrogramm. Gute Vitamin-D-Quellen sind: Leber, Lebertran, Fisch, Eigelb, Avocado, Milch und Champignons.
Bei Mangel: Entkalkung der Knochen, Rachitis ("Trichterbrust", weiche, verformbare Knochen).
 

        

Vitamin-D-Synthese: Bildung von Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol) aus 7-Dehydrocholesterin [248] und Struktur



Vitamin D Cholecalciferol)
kann aus Cholesterin - in Verbindung mit UV-Strahlung (Sonnenstrahlen) - hergestellt werden. Deshalb ist Vitamin D streng genommen kein
Vitamin, sondern ein Hormon.
Wichtige Aufgaben sind:
      Regulierung des
      Calciumstoffwechsels
      Förderung der Calciumresorption
      Hemmung der
      Calciumausscheidung durch die
      Niere
Ein Mangel führt zu:                 Rachitis (bei Kindern,
                                            Wachstumsstörungen durch
                                            ungenügende Kalkeinlagerung in
                                            den Knochen)
                                            Osteoporose/ Osteomalazie
                                            (Entkalkung und Erweichung der
                                            Knochen)
Hypervitaminose:                                                     Verstärkte Auslagerung von Calcium aus den
                                                                                 Knochen. Durch die Menge an Calcium, die über
                                                                                 die Niere ausgeschieden wird, kann es zu
                                                                                 Nierensteinen kommen
                                                                                 Appetitlosigkeit
                                                                                 Übelkeit und Erbrechen
Die wichtigste Funktion von Vitamin D ist der Aufbau der Knochen. Unsere Knochen bestehen hauptsächlich aus Calicum und Phophat.
Vitamin D sorgt für die Resorption dieser Stoffe aus dem Darm und steuert ihren Einbau in den Knochen. Es regelt aber auch die Freisetzung
von Calcium aus den Knochen und die Ausscheidung über die Nieren.
Gute Vitamin-D-Quellen sind Seefischen (Aal ), Pilzen, Eigelb und Butter. Die von der DEG empfohlenen täglichen Zufuhr für Erwachsene von
5 µg ist nicht leicht zu erreichen. Deshalb ist es wichtig, sich viel in der frischen Luft aufzuhalten. Es muß aber kein langes Sonnenbad sein.
Täglich etwa 15 Minuten sind dabei völlig ausreichend.
 
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VitaminD-Wechselwirkungen :
( - ) beeinträchtigen die Aufnahme
( + ) fördern die Aufnahme

( + ) Magnesium, moderate körperliche Anstrengungen, HCI, A, D, C, Eisen und ungesättigte Fettsäuren.
Effektive tägliche Dosierungen liegen zwischen 400 und 1200mg, für Blutdruck 1000mg und für Darmkrebsprävention 2000 - 3000mg.

Vitamin D
Unter dem Einfluß von ultraviolettem Licht wird in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol das Vitamin D3 oder Cholecalciferol; dieses wiederum wandelt sich in der Leber durch die 25 Hydroxylase in das 25-Hydroxy-Vitamin D3 und anschließend in der Niere durch die 1-Alpha-Hydroxylase in die 1,25 Hydroxy-Vitamin D3 um. Dieser Metabolit wird Calcitriol genannt und wirkt am effektivsten in der intestinalen Absorption des Kalziums sowie im Metabolismus des Knochens. Das Prolaktin, das Wachstumshormon und Östrogene stimulieren die Synthese von Calcitriol. Eine extrarenale Synthese gibt es sowohl in der Plazenta wie auch im Knochen. Im Serum ist das Vitamin D3 an ein spezifisches Bindungsprotein gebunden. Calcitriol wirkt primär auf das Instestinum, indem es die Synthese des Kalzium-Bindungs-Proteins und damit auch die Kalzium-Absorption steigert. Im Knochen übt es eine permissive Unterstützung des Parathormons aus, indem es die Mobilisierung des Kalziums aus den Knochen unterstützt. Das Parathormon wirkt in der Niere ebenfalls Kalzium-reabsorptiv. Das Parathormon stimuliert darüber hinaus auch die Synthese des Calcitrions über eine Anregung der 1-Alpha-Hydroxylase. Obwohl das Calcitriol die Calciumabsorption am reifen Knochen fördert, vermehrt es auf der anderen Seite die Mineralisierung des neugeformten Knochens. Es unterstützt diese Mineralisierung indirekt, indem es den intestinalen Transfer von Kalzium und Phosphor erhöht. Glukokortikoide reduzieren die intestinale Absorption von Kalzium und erzeugen dadurch – indem sie dem Vitamin D entgegensteuern – eine Osteoporose. Deswegen kann bei einer Hyperkalzämie Cortison verordnet werden. Die Hauptwirkung des Östrogens besteht darin, daß es die 1-Alpha-Hydroxylase initiiert und damit das Calcitriol anhebt. Dies ist im übrigen der gleiche Mechanismus über den auch das Prolaktin eine Erhöhung des Blutkalziumspiegels bewirkt. Gleiches gilt auch für das Wachstumshormon. Darüber hinaus reduziert das Östrogen die Sensibilität des Knochens für das Parathormon und verringert die Resorptionsoberfläche am Knochen.



Vitamin D gegen Rheuma
Cantorna, MT et al: 1,25-Dihydroxycholecalciferol inhibits the progression of arthritis in murine models of human arthritis.
Journal of Nutrition 1998/128/S.68-72
Etwa 1% der Menschen leidet an rheumatoiden Arthritiden. Im Mäusemodell hemmte Vitamin D die Entstehung und das Fortschreiten
der schmerzhaften entzündlichen Immunkrankheit. Bei den Mäusen wurde eine Arthritis ausgelöst,entweder durch Kollagen oder
durch eine Infektion mit Borrelia burgdorferi (Lyme-A.). Die Lyme-Arthritis kam unter einer Gabe von 20 ng Calciferol zum
Futter nach drei Wochen zum Stillstand. Bei den Kollagen-immunisierten Mäusen halbierte sich die Krankheitsrate.
Mit 50 ng/d konnte sie völlig verhindert werden.Bei bereits erkrankten Mäusen wurde das Fortschreiten mit einer zusätzlichen
Injektion von 300 ng verhindert.Da die Tiere im Entzündungsgeschehen, in der Antigen-Spezifität und der genetischen Vorbelastung
dem Menschen ähneln, sind die Ergebnisse vielversprechend. Zwar ist der genaue Wirkmechanismus nicht bekannt, man weiß jedoch,
daß Calciferol das Immunsystem in vielfältiger Weise beeinflußt. Mit der Vitaminfunktion hatten die Wirkungen dagegen nichts zu tun:
In keinem der Experimente war der Calciumhaushalt verändert. Anmerkung: Aufgrund der Toxizität von exogen zugeführtem Vitamin D
(EU.L.E.n-Spiegel 1996/H.5/ S.1-6) wäre es interessant zu prüfen, ob nicht auch Tageslicht gegen Rheuma hilft.


Nährstoffbedarf im Alter   Dr. Paolo M. Suter
Der Nährstoffbedarf jüngerer Menschen ist nach wie vor ein zentrales und immer noch zum Teil kontroverses Forschungsgebiet. Die Empfehlungen für den Nährstoffbedarf im Alter sind grösstenteils Extrapolationen der Daten von jüngeren Menschen.
In verschiedenen Empfehlungen, so auch in den amerikanischen Ernährungsempfehlungen, den sogenannten Recommended Dietary Allowances, entspricht «alt» der Altersgruppe der über 51-Jährigen. Es braucht jedoch nicht besonders betont zu werden, dass ein 51-jähriges Individuum mit einem 80-jährigen Individuum gar nicht verglichen werden kann und der Nährstoffbedarf dieser beiden Extreme sicherlich unterschiedlich ist. In Anbetracht des Umstandes, dass die über 60-jährigen Menschen zu der am schnellsten wachsenden Populationsgruppe gehören, wären diesbezügliche Studien in diesem Alterssegment von grosser Bedeutung. Um den Bedarf an allen essentiellen Nährstoffen decken zu können, sollte die Nährstoffdichte in der Nahrung möglichst hoch sein. Gerade bei alten Menschen ist das aber nur selten der Fall. Diese ungenügende Zufuhr ist für viele Nährstoffe (zum Beispiel Vitamin C, Vitamin B2, Vitamin B6, Zink und andere mehr) im Alter die Hauptursache für einen Mangel. Die Ursachen dafür sind vielfältig und sollen hier nicht näher diskutiert werden. Bei einigen wenigen Nährstoffen (zum Beispiel Vitamin D oder Vitamin B12) finden sich hingegen altersspezifische Veränderungen des Stoffwechsels.
Das Vitamin D spielt eine wichtige Rolle im Kalzium- und Knochenstoffwechsel, aber auch dem Immunsystem. Ältere Menschen zeigen unabhängig von der Jahreszeit durchwegs tiefere Blutspiegel des 25(OH)-Vitamin D. Bis vor kurzem wurde vermutet, dass dies lediglich durch eine ungenügende Zufuhr des Vitamins mit der Nahrung bedingt ist. Dies trifft jedoch kaum zu, zumal die Nahrung, abgesehen von einigen wenigen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Tiefseefischen oder mit Vitaminen angereicherte Nahrungsmittel, im allgemeinen eine schlechte Vitamin-D-Quelle darstellt.Vitamin D wird aus einer Vorstufe nach UV-Licht-Exposition in der Haut synthetisiert, ins Blut abgegeben und dann in der Leber und der Niere mittels einer Hydroxylierungsreaktion aktiviert. Das aktivierte Vitamin D bewirkt dann die klassischen Effekte auf die Kalziumaufnahme im Darm sowie die Knochenbildung.
Die Vitamin-D-Blutspiegel zeigen eine charakteristische saisonale Schwankung mit den höchsten Werten im Spätsommer nach der Periode der maximalen UV-Licht-Exposition während der Sommermonate. Bei gleicher Sonnenexposition und gleicher Vitamin-D-Zufuhr mit der Nahrung zeigen ältere Menschen tiefere Blut-Vitamin-D-Spiegel. Dies ist auf eine verminderte Kapazität der Haut zur Vitamin-D-Synthese zurückzuführen. Um dieses Handicap aufzuwiegen, müssen ältere Menschen eine entsprechend grössere Hautfläche dem Sonnenlicht aussetzen. Je nach geographischer Lage und Jahreszeit wird auch bei scheinbar adäquater Sonnenexposition kaum Vitamin D in der Haut synthetisiert. Eine sonnenbrandfreie Sonnenexposition während der Sommermonate sollte bei alten Menschen gefördert werden, zumal während der Wintermonate nach Sonnenlichtexposition kaum Vitamin-D-Photoprodukte gebildet werden. Veränderungen der Thermoregulation mit dem Alter bewirken beim alten Menschen eine Sonnenscheu und somit indirekt eine weitere Beeinträchtigung der Versorgung mit Vitamin D.
Durch den Alterungsprozess wird des weiteren auch die Aktivierung des Vitamins in der Leber und der Niere beeinträchtigt. Aufgrund dieser altersspezifischen Veränderungen zusammen mit dem relativ beschränkten Vorkommen von Vitamin D in der Nahrung ist eine medizinisch kontrollierte Gabe von Vitamin D im Alter oft unumgänglich.
Dr. Paolo M. Suter ist Privatdozent für das Gebiet «Innere Medizin» und an der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals tätig.

Vitamin D gegen Rheuma

Cantorna, MT et al: 1,25-Dihydroxycholecalciferol inhibits the progression of arthritis in murine models of human arthritis. Journal of Nutrition 1998/128/S.68-72

Etwa 1% der Menschen leidet an rheumatoiden Arthritiden. Im Mäusemodell hemmte Vitamin D die Entstehung und das Fortschreiten der schmerzhaften entzündlichen Immunkrankheit. Bei den Mäusen wurde eine Arthritis ausgelöst, entweder durch Kollagen oder durch eine Infektion mit Borrelia burgdorferi (Lyme-A.). Die Lyme-Arthritis kam unter einer Gabe von 20 ng Calciferol zum Futter nach drei Wochen zum Stillstand. Bei den Kollagen-immunisierten Mäusen halbierte sich die Krankheitsrate. Mit 50 ng/d konnte sie völlig verhindert werden. Bei bereits erkrankten Mäusen wurde das Fortschreiten mit einer zusätzlichen Injektion von 300 ng verhindert. Da die Tiere im Entzündungsgeschehen, in der Antigen-Spezifität und der genetischen Vorbelastung dem Menschen ähneln, sind die Ergebnisse vielversprechend. Zwar ist der genaue Wirkmechanismus nicht bekannt, man weiß jedoch, daß Calciferol das Immunsystem in vielfältiger Weise beeinflußt. Mit der Vitaminfunktion hatten die Wirkungen dagegen nichts zu tun: In keinem der Experimente war der Calciumhaushalt verändert.


Gegen Darmkrebs: Vitamin D kämpft mit

Berlin – Vitamin D kann nach neuesten Erkenntnissen auch den Abbau giftiger Gallensäuren fördern und so den Darm schützen. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" haben dies neueste Forschungsergebnisse der University of Texas ergeben. Vitamin D bindet an den selben Rezeptoren wie die Gallensäure Lithocholsäure, die bei Darmkrebspatienten in erhöhten Mengen festgestellt wurde. Durch die Bindung von Vitamin D an die Rezeptoren wird der Abbau dieser Gallensäure gefördert, versage allerdings bei einer zu fettreichen Ernährung, so die Wissenschaftler. Vitamin D ist in besonders hohen Konzentrationen wie Lachs und Hering enthalten. 23. Mai 2002


Fördert Vitamin D-Mangel eine Herzinsuffizienz?
Studie liefert Hinweise auf diesen Zusammenhang
BONN (sko). Ein Vitamin D-Mangel scheint bei der Entstehung einer Herzinsuffizienz beteiligt zu sein, wie aktuelle Studiendaten vermuten lassen. Ob Vitamin D auch einen therapeutischen Nutzen bei dieser Erkrankung hat, wird zur Zeit in einer weiteren Studie überprüft."Bisherige Studien haben genügend Hinweise geliefert, daß die Hypothese des Vitamin D-Mangels bei der Entstehung einer Herzinsuffizienz von Bedeutung ist, vertretbar ist", so Dr. Armin Zittermann zur "Ärzte Zeitung". So habe man etwa Vitamin D-Rezeptoren in den Herzmuskelzellen gefunden, die bei Vitamin D-Mangel möglicherweise nicht ausreichend stimuliert würden, meint Zittermann. Der Ernährungswissenschaftler von der Uni Bonn hat bei 54 Patienten mit Herzinsuffizienz ab NYHA-Stadium II und 34 gesunden Personen die Vitamin D-Serumwerte bestimmt (J Am Coll Cardiol 41, 2003, 105). Ergebnis: Bei herzinsuffizienten Patienten unter 50 Jahren lag der Calcitriol-Wert bei 25 ng/l, bei Patienten über 50 bei 37 ng/l und bei gesunden Personen bei 45 ng/l.
Zur Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Vitamin D und Herzinsuffizienz hat Zittermann eine Doppelblindstudie initiiert, in der 100 Patienten für ein Jahr Vitamin D oder Placebo erhalten. Der Therapieerfolg wird mit biochemischen und klinischen Parametern sowie mit Fragebögen ermittelt. Mit ersten Ergebnissen wird Ende des Jahres gerechnet.
Für eine ausreichende Vitamin D Versorgung empfiehlt Zittermann, sich von Mitte März bis Mitte Oktober mindestens eine Stunde täglich im Freien aufzuhalten. In der Nahrung ist Vitamin D in Lachs, Hering und Aal enthalten.Ärzte Zeitung, 06.03.2003

 

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Führt Vitamin-D-Mangel zu kongestivem Herzversagen?

BETHESDA, MASSACHUSETTS. Jüngere Patienten mit kongestivem Herzversagen (CHF) weisen geringere Mengen von Vitamin-D-Metaboliten auf als gesunde Kontrollpersonen (J Am Coll Cardiol 2003; 41: 105–112). Aufgrund von zwei Beobachtungen vermuten Armin Zittermann und Mitarbeiter von der Universität Bonn und dem Herzzentrum in Bad Oeynhausen, dass ein Vitamin-D-Mangel am Herzversagen beteiligt sein könnte. Einerseits hemmt der Vitamin-D-Metabolit Calcitriol die Synthese von ANP (atrial natriuretic peptide). Dieses Peptid ist bei kongestivem Herzversagen massiv erhöht und wird für diese Erkrankung als Marker verwendet. Darüber hinaus sind im Herzmuskel spannungsabhängige Ca2+-Kanäle vorhanden, die durch Calcitriol aktiviert werden können.
In der Studie wurden bei 54 CHF-Patienten der Klasse zwei nach den Kriterien der New York Heart Association und bei 34 Kontrollpersonen die Laborwerte für ANP, Vitamin-D- und Calcium-Metaboliten bestimmt. Die 20 Patienten, die jünger als 50 Jahre waren, hatten die niedrigsten Calcitriol- (circa 25 pg/mL) und 25-Hydroxyvitamin-D-Werte (circa neun ng/mL).
Bei diesen Probanden wie auch bei den älteren CHF-Patienten lagen die ANP-Werte doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Die Unterschiede bezüglich des Vitamin-D-Metabolismus sind wahrscheinlich nicht durch einen bekannten Polymorphismus des Vitamin-D-Rezeptors begründet, da eine entsprechende Genotypisierung von Patienten und Kontrollen keine Unterschiede in der Häufigkeit der Genotypen ergab.
Die Autoren gelangen zu dem Schluss, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel zu Veränderungen im Mineralstoffwechsel und möglicherweise zu einer myokardialen Dysfunktion beitragen könnte. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (21.01.2003)


Stärkend: Vitamin D senkt Knochenbruch-Risiko
Schon wenige Gaben Vitamin D senken das Risiko von Knochenbrüchen bei älteren Menschen deutlich. Bereits eine hochdosierte Kapsel alle vier Monate habe die Zahl der Brüche um 22 Prozent vermindert, berichtet ein Team der Universität Cambridge im «British Medical Journal» (Bd. 326, S. 469). Die Rate der für Osteoporose typischen Fälle sei sogar um 33 Prozent zurückgegangen. Die Studie lief über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Forscher um Kay Tee Khaw hatten 2686 Menschen zwischen von 65 und 85 Jahren alle vier Monate eine hochdosierte Tablette Vitamin D3 (Cholecalciferol) geschickt. Die Probanden wurden gebeten, das Mittel einzunehmen und Knochenbrüche zu melden. Sie wussten nicht, ob sie Vitamin D oder ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten. Keiner der Teilnehmer hatte zuvor zusätzliches Vitamin D genommen. Vitamin D3 kommt in größeren Mengen in Leber, Milch, Margarine, Eigelb und fettem Käse vor. Es bildet sich auch unter Sonneneinstrahlung in der Haut aus verschiedenen Vorläufersubstanzen. Eine zu hohe Aufnahme von Vitamin D kann zu Vergiftungen führen. Diese wurden in der Studie mit Tabletten zu je 100 000 internationalen Einheiten (IU) jedoch nicht entdeckt.
28. Februar 2003 netdoktor


Eine Kapsel Vitamin D nur dreimal jährlich senkt die Frakturrate
Hinweise aus Studie mit mehr als 2000 Probanden
CAMBRIDGE (ikr). Fraktur-Prophylaxe kann offenbar sehr einfach sein: Nicht nur wer täglich ein Präparat mit Kalzium und Vitamin D einnimmt, sondern auch wer nur alle vier Monate eine Kapsel mit 100 000 IE Vitamin D schluckt, reduziert sein Risiko für Knochenfrakturen deutlich.
Hinweise darauf gibt jetzt eine Pilotstudie mit 2686 Personen zwischen 65 und 85 Jahren. Die Studienteilnehmer - Männer und Frauen aus der Allgemeinbevölkerung - erhielten fünf Jahre lang alle vier Monate per Post entweder eine Kapsel mit 100 000 IE Vitamin D3 (Colecalciferol) oder ein Placebo-Präparat (BMJ 326, 2003, 469). Ebenfalls per Post sollten die Probanden mitteilen, ob sie Frakturen erlitten hatten. Die meisten Studienteilnehmer waren Ärzte.
Insgesamt 268 Männer und Frauen hatten innerhalb von fünf Jahren Knochenbrüche erlitten, davon 147 für Osteoporose typische Frakturen wie Hüft- und Wirbelfrakturen. Aus den Daten haben Dr. Kay Tee Khaw vom Addenbrooke's Hospital in Cambridge und sein Team berechnet, daß die Rate der Brüche mit Vitamin D insgesamt um 22 Prozent geringer war als mit Placebo. Das heißt: Es mußten etwa 250 Menschen ein Jahr lang behandelt werden, um eine Fraktur zu verhindern.
Die Rate der Knochenbrüche an für Osteoporose typischen Stellen war in der Vitamin-D-Gruppe um 33 Prozent geringer als in der Placebo-Gruppe. Bei den Ärzten war die Frakturrate ähnlich hoch wie bei den übrigen Teilnehmern. Ein weiteres Ergebnis: Mit Vitamin D war die Gesamtsterblichkeitsrate leicht, jedoch nicht signifikant geringer als mit Placebo.
Weitere Studien seien jetzt erforderlich, um die Ergebnisse dieser Pilotstudie zu sichern, so die Forscher. Ärzte Zeitung, 10.03.2003


D

Calciferol

Am meisten Vitamin D je
100 g enthalten:
Lebertran 300,0 µg
Hering 31,0 µg
Bückling 30,0 µg
Matjeshering 27,0 µg
Räucheraal 22,2 µg
Lachs 17,0 µg
Flußaal 13,0 µg
Funktion:
Vitamin D reguliert den Kalzium- und
Phospat-Haushalt im Körper. Es dient
also der Härte von Zähnen und
Knochen.
Tagesbedarf:
Die DGE rät, prophylaktisch tgl. 5 µg
Vitamin D zu nehmen. 10 Minuten
Sonnenlicht stellen allerdings schon
den Tagesbedarf sicher. Linus
Pauling will wie üblich mehr: 20 µg
in diesem Fall.
Mangelerscheinungen:
Muskelschwäche und Anfälligkeit für
Infektionen sind die ersten Zeichen
für Vitamin D Mangel, der heute
selten vorkommt. Schwere Folgen hat
er allerdings an Rachites Erkrankten
Gefahr bei Überdosis:
Sehr gefährlich: Ab 1,2 mg am Tag
kann man sich mit Vit. D vergiften.
Erbrechen, Schwäche und Durchfall
gehen dann Kalkablagerungen in den
Nieren u. Blutgefäßen voraus.
Haltbarkeit:
Sauerstoff, starke Hitze und Licht zer-
stören Vitamin D, das sich beim Garen
allerdings recht lange hält.
Wichtig:
Eine körpereigene Überproduktion von
Vit. D ist nicht möglich. So gesehen
kann man sich ohne Bedenken be-
liebig lange der Sonne aussetzen.
Tip:
Vegetarier aufgepaßt: als einzige
Pflanze bietet die Avocado in 100 g
Fruchtfleisch 5 µg Vitamin D, also
den Tagesbedarf.

Über 70 und nicht mehr ganz fit - dann ist Vitamin D ganz wichtig
Bei Älteren mit Risikofaktoren kann ohne Screening substituiert werden
BRISTOL (gwa). Ein Vitamin-D-Mangel ist bei den über 70jährigen viel häufiger als bislang angenommen. Das gilt besonders für Patienten mit Demenz, Morbus Parkinson, Osteoporose und Fallneigung, und vor allem für Heimbewohner. Sie können ohne vorheriges Screening substituiert werden.
Das schlagen Dr. Theresa J. Allain vom Southmead Hospital in Bristol in Großbritannien und ihre Kollegin Dr. Jugdeep Dhesi vor. Allerdings: Nach den deutschen Arzneimittelrichtlinien kann Vitamin D nur zu Lasten der GKV verordnet werden, wenn ein Mangel nicht anders, etwa durch Nahrung, ausgeglichen werden kann.
Die britischen Kolleginnen hatten über 40 Studien analysiert und fanden, daß bis zu 47 Prozent der über 70jährigen ein Vitamin-D-Defizit hatten. Heimbewohner waren bis zu 100 Prozent betroffen (Gerontology 49, 2003, 273). Ein hohes Risiko haben Patienten mit Demenz, Morbus Parkinson, Fallneigung oder Osteoporose.
Ursachen für den Vitamin-Mangel sind ein nahrungsbedingtes Defizit, weil Ältere weniger essen, sowie eine abnehmende Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu synthetisieren. Außerdem wird in den Nieren aufgrund der altersbedingten Insuffizienz weniger Vitamin D in die aktive Form umgewandelt.
Die Gerontologinnen schlagen vor, allen ab 70 mit Risikofaktoren für Vitamin-D-Mangel - sofern es keine Kontraindikationen wie Hyperkalziämie gibt - 1,2 g Kalzium und 800 IE Vitamin-D oral pro Tag zu verordnen, oder 300 000 IE einmal pro Jahr i. m. zu spritzen. Ärzte Zeitung, 01.10.2003


Darmkrebs: Gene und Rauchen die wichtigsten Risikofaktoren –
Getreide, NSAID und Vitamin D wirken protektiv

PORTLAND. Ungesunde Ernährung und westlicher Lebensstil gelten als die wesentlichen Ursachen für das kolorektale Karzinom, der zweithäufigsten Krebserkrankung in den Industrieländern. Eine der bisher größten und umfassendsten Studien zur Epidemiologie des Tumors und seiner Vorstufen, deren Ergebnisse jetzt im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2003; 290: 2959–2967) veröffentlicht wurden, bestätigt die bekannten Auslöser. Einer der stärksten Risikofaktoren war jedoch eine genetische Prädisposition.
Die Studie wurde von einem Team der US-Veteranenbehörde, des US-National Cancer Institute und der Harvard-Universität durchgeführt. Unter der Leitung von David Lieberman, Portland/Oregon, unterzogen sich an 13 Veteranenkliniken 3 121 asymptomatische Personen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren einer Koloskopie. Bei 329 wurde eine fortgeschrittene Neoplasie diagnostiziert, definiert als Adenom von einer Größe von zehn Millimeter oder mehr oder ein villöses Adenom oder ein Adenom mit einer hochgradigen Dysplasie oder ein invasives Karzinom. Dass damit etwa jeder zehnte Teilnehmer einen pathologischen Befund hatte, unterstreicht die Bedeutung der Koloskopie zur Früherkennung.
Anamnese und medizinische Untersuchung ergab folgende Risikofaktoren: Wenn ein Verwandter ersten Grades an einem kolorektalen Karzinom erkrankt war, steigt das Risiko um 66 Prozent (Odds Ratio, OR: 1,66; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,16 bis 2,35). Aktive Raucher hatten ein um 85 Prozent erhöhtes Risiko (OR: 1,85; 1,33 bis 2,58). Auch für den mäßigen und übermäßigen Alkoholkonsum wurde ein erhöhtes Risiko gefunden, das bei einer Odds Ratio von 1,02 (1,01 bis 1,03) jedoch keine Bedeutung haben dürfte.
Die Studie fand auch einige inverse Assoziationen, das heißt protektive Faktoren. Hierzu gehört eine gesunde Ernährung. Allerdings sind die protektive Wirkung von Getreidefasern, also Ballaststoffen, mit einer Odds Ratio von 0,95 (0,91 bis 0,99) und der Vitamin-D-Einnahme mit einer Odds Ratio von 0,94 (0,90 bis 0,99) eher gering. Es ist deshalb zweifelhaft, dass die Ernährungsempfehlungen zur Primärprävention, welche vor allem die Bedeutung der Diät betonen, allein zum Ziel führen. Interessanterweise findet sich in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten/Arbeitsgemeinschaft für Gastroenterologische Onkologie kein Hinweis auf Rauchen als Risikofaktor. Bei der Diät wird dagegen auch eine fettarme Ernährung gefordert.
Die jetzige Studie zeigte jedoch keine Assoziation mit dem Cholesterinwert der Patienten, und auch für den Konsum von rotem Fleisch wurde nur eine marginale Assoziation gefunden. Ebenso scheinen körperliche Bewegung und Übergewicht, die häufig als Risikofaktor genannt werden, in der Studie von marginaler oder keiner Bedeutung. Dennoch empfiehlt Lieberman in der Pressemitteilung der Veteranenbehörde der Bevölkerung, nicht nur das Rauchen aufzugeben, sondern auch den Alkoholkonsum und den Verzehr von rotem Fleisch zu senken. Sogar der Lebertran taucht als Empfehlung wieder auf. Ein Teelöffel enthalte genügend Vitamin D, um eine schützende Wirkung zu entfalten.
Dagegen wird der stärkste protektive Faktor in der Studie heruntergespielt. Die Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAID) senkte das Risiko um ein Drittel (OR: 0,66; 0,48 bis 0,91). Wegen der Nebenwirkungen dieser Mittel fordert Lieberman jedoch weitere Studien, bevor eine Empfehlung ausgegeben werden könne. Abstract und Pressemitteilungen enthalten keine Angaben über die attributiven Risiken, also den Anteil der Krebserkrankungen, die durch eine Modifizierung der Risikofaktoren vermeidbar wären. So bleibt letztlich unklar, ob die Empfehlungen die hohe Prävalenz des Darmkrebses wesentlich senken könnten.(10.12.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT

Schmerzen durch Vitamin D -Mangel?

Eine US-amerikanische Untersuchung zeigt, dass die Mehrheit der Schmerzpatienten nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist. Die Hinweise mehren sich somit, dass unspezifische Muskel- und Knochenschmerzen die Folge eines Vitaminmangels sind.
US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten insgesamt 150 kindliche und erwachsene Patienten mit unspezifischen Muskel- und Knochenschmerzen. Neun von zehn Teilnehmern litten unter einem Vitamin-D-Mangel. Bei den unter 30-Jährigen waren sogar alle untersuchten Personen nicht ausreichend mit diesem Vitalstoff versorgt - gut die Hälfte in erheblichem Ausmass. Bei fünf Patienten konnte schliesslich überhaupt kein Vitamin D nachgewiesen werden.
"Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich von der medizinischen Lehrbuchmeinung. Nach ihr hätten wir den Vitamin-D-Mangel eher bei älteren Menschen vermutet", betont Studienleiter Prof. Dr. Greg Plotnikoff. "Wir fanden die größten Defizite bei jüngeren Menschen - insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Alter."
Nach Ansicht von Plotnikoff sollte häufiger routinemässig auf einen derartigen Mangel gescreent werden, weil dieser erhebliche Folgen haben kann (Osteoporose, Bluthochdruck, Diabetes, Krebs etc.). Besonders angezeigt sei die Untersuchung bei Patienten mit unspezifischen Muskel- und Knochenschmerzen. Inwieweit die Schmerzen durch eine gezielte Vitamin-D-Gabe bekämpft werden können, müssen nun weitere Studien zeigen.
 


Mindern Kalzium und Vitamin D das Diabetes-Risiko?
SAN DIEGO (ner). Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium vermindert offenbar das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken. Das geht aus neuen Auswertungen der Nurses` Health Study hervor, die beim US-amerikanischen Diabetes-Kongreß in San Diego vorgestellt worden sind.
Die an der Studie teilnehmenden Krankenschwestern hatten alle zwei Jahre einen detaillierten Fragebogen zur Ernährung beantworten müssen. Bei einer Vitamin-D-Aufnahme von 200 Einheiten täglich oder weniger waren 1600 neue Diabetes-Erkrankungen gezählt worden, bei 200 bis 400 Einheiten 1700 Neuerkrankungen.
Ab 400 Einheiten pro Tag aufwärts nahm die Zahl der neu diagnostizierten Diabetikerinnen drastisch ab. Bei mehr als 800 Einheiten täglich waren es nur noch 96 Neuerkrankungen, wie Dr. Anastassios G. Pittas aus Boston und seine Kollegen bei einer Posterpräsentation berichteten.
Ähnlich verhielt es sich mit der täglichen Kalziumzufuhr. Hier lag der Schwellenwert bei etwa 1000 mg täglich. Bei Frauen mit einer täglichen Zufuhr von mehr als 1200 mg Kalzium und mehr als 800 Einheiten Vitamin D war das Diabetesrisiko um 33 Prozent niedriger als bei unterdurchschnittlicher Aufnahme. Ärzte Zeitung, 23.09.2005


Osteoporose:
Vitamin D -Mangel der Schwangeren führt zu geringeren Knochenmasse ihrer Kinder im Schulalter
SOUTHAMPTON. Kinder, die im Sommer geboren wurden oder deren Mütter Vitamin-D-Präparate während der Schwangerschaft einnahmen, hatten in einer Studie des britischen Medical Research Council im Alter von neun Jahren eine höhere Knochendichte als andere Kinder. Die jetzt im Lancet (2006; 367: 36-43) publizierten Ergebnisse werfen die Frage einer vermehrten Vitamin-D-Substitution in der Spätschwangerschaft auf.

Vitamin D wird entweder mit der Nahrung aufgenommen oder in der Haut unter dem Einfluss von UV-B-Licht gebildet. Ein Mangel wurde lange Zeit nur bei älteren Menschen vermutet. Neuere Studien zeigen jedoch, dass auch jüngere Menschen unterversorgt sein können, vor allem während der Wintermonate in den nördlichen Ländern. Schwangere haben einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf, da sie den Feten mit dem Hormon versorgen müssen, das für die Bildung des Knochens benötigt wird. Nachdem frühere Untersuchungen darauf hingedeutet hatten, dass intrauterine Wachstumsstörungen das Risiko einer späteren Osteoporose erhöhen, hat das Medical Research Council den Zusammenhang in einer Longitudinalstudie untersuchen lassen.

Die Gelegenheit bot eine Kohorte von 198 Frauen, die ihre Kinder den Jahren 1991/92 in einer Klinik in Southampton zur Welt gebracht hatten. In den archivierten Blutproben der Schwangeren bestimmte Cyrus Cooper von der Universität Southampton die Konzentration von 25(OH)-Vitamin D. Die Werte setzte er dann in Beziehung zu den Ergebnissen einer Knochendichtebestimmung mittels DXA (Dual X-ray Absorptiometry) bei den Kindern, die zum Zeitpunkt der Untersuchung neun Jahre alt waren. Für 160 Mutter-Kind Paare lagen komplette Daten vor. Sie ergeben eine signifikant geringere Knochendichte bei den Kindern, deren Mütter einen Vitamin-D-Mangel (< 11 μg/l) aufwiesen.

Die Knochendichte war bei den Kindern nicht so niedrig, dass ein akutes Knochenbruchrisiko bestand. Langfristig könnte der Mangel jedoch das Osteoporoserisiko im Alter beeinflussen. Denn nach allgemeiner Überzeugung bietet eine hohe Knochendichte nach dem Abschluss des Knochenwachstums (Peak bone mass) den besten Schutz vor einer Osteoporose im Alter. Die britische Untersuchung ist die erste, die den Einfluss der Vitaminversorgung während der Schwangerschaft auf die Knochendichte der Kinder untersucht hat.

Die nähere Analyse zeigte insbesondere, dass die Kinder, die während der Sommermonate geboren wurden, und deren Mütter deshalb in der Spätschwangerschaft einer erhöhten UV-B-Exposition ausgesetzt waren, die höchste Knochendichte haben. Ein zweiter Prädiktor war die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. Der Vitamin-D-Status der Mutter hatte keinen Einfluss auf Gewicht, Größe oder Kopfumfang der Kinder während der Geburt. Auch das Plazentagewicht wurde nicht unbeeinflusst.

Die Autoren regen eine Vitamin-D-Substitution von Schwangeren an. Sie sei vor allem dann sinnvoll, wenn das letzte Trimenon in die Wintermonate falle. Ob sich die Fachgremien diesem Urteil anschließen, wird von einer Abwägung der Nutzen-Risiko-Relation abhängen. Im idealen Fall sollte zunächst eine randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt werden, um die Ergebnisse der Beobachtungsstudie zu bestätigen. Britische Experten rieten von voreiligen Vitamin-D-Substitutionen ab. /rme
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT  06.01.2006
Links zum Thema

Abstract im Lancet (nach Registrierung)
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673606679221/abstract 


Vitamin D-Mangel als Krebsrisiko?
Beugt Sonnenlicht dem Brustkrebs vor?

Aerzteblatt 5.4.2006  www.aerzteblatt.de

Boston - Ist die verminderte Lichtexposition für die höhere Krebsrate in nördlichen Ländern und bei dunkelhäutigen Menschen verantwortlich? Die Ergebnisse einer Kohortenstudie deuten darauf hin. Ein Mangel des „Sonnenhormons“ Vitamin D war mit einer erhöhte Rate und Sterblichkeit von Krebserkrankungen vor allem des Verdauungstraktes assoziiert. Auf einem Krebskongress in den USA wurden korrespondierende Daten zum Brustkrebsrisiko vorgestellt.

Schon 1941 war dem US-amerikanischen Pathologen Frank Apperly eine inverse Beziehung zwischen Krebssterblichkeit und dem geographischen Breitengrad aufgefallen. Jetzt rückt der „faszinierende Nord-Süd-Gradient“ wieder in den Blickpunkt der Krebsforscher, wie Gary Schwartz von der Wake Forest Universität in Winston-Salem/North Carolina in einem Editorial zum Journal of the National Cancer Institute(JNCI 2006; 98. 428-30) schreibt. Der Grund mag im Scheitern sämtlicher Präventionsbemühungen der letzten Jahre liegen. Beta-Caroten, dessen Mangel in vielen Beobachtungsstudien mit einer erhöhten Krebsrate assoziiert war, war in einer randomisierten kontrollierten Studie alles andere als präventiv. Bei Rauchern steigerte es sogar die Lungenkrebsrate. Auch die Hoffnungen auf Vitamin E und Selen sind längst begraben, und die von Gynäkologen lange propagierte krebspräventive Wirkung der postmenopausalen Hormonsubstitution war in der Womens´ Health Initiative nicht überzeugend. Einem (unter der Kombination Östrogen plus Gestagen) reduziertem Darmkrebsrisiko stand eine erhöhte Rate von Brustkrebs gegenüber. Auch hier hatte es im Vorfeld viel versprechende Ergebnisse aus Beobachtungsstudien gegeben.

Wird sich die Geschichte nun beim Vitamin D wiederholen? Er hoffe nicht, meint Schwartz, denn für die krebshemmende Wirkung von Vitamin D gebe es biologische Hinweise, etwa den Nachweis von Vitamin-D-Rezeptoren auf Melanom- und Leukämiezellen oder die Tatsache, dass neben Leber und Niere noch andere Organe das Vitamin verstoffwechseln können. Hinzu kämen die vielen epidemiologischen Studien, deren jüngste eine Analyse der Health Professionals Follow-Up Studie ist (JNCI 2006; 98: 451-459). Diese Studie begann im Jahr 1986 und schloss mehr als 50.000 Zahnärzte, Apotheker, Optiker, Veterinäre und Heilpraktiker ein. Diese wurden intensiv nach ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt, um den Einfluss dieser Umweltfaktoren auf die Entstehung von Krankheiten zu erforschen.

Von den 47.800 Männern, die bei der Eingangsuntersuchung frei von Krebserkrankungen waren, erkrankten bis Ende Januar 2000 4.286 an Krebs und 2.025 starben daran. Die Vitamin-D-Spiegel wurden nicht gemessen, sondern aus der Angaben zur Ernährung und Einnahme von Supplementen, dem Pigmentierungstyp der Haut, der Körperfülle, der geographischen Breite des Wohnortes und den Freizeitgewohnheiten abgeleitet.

Allein daraus dürften sich einige Ungenauigkeiten in der Abschätzung des Vitamin-D-Spiegels ergeben. Doch angesichts der großen Teilnehmerzahl mag dennoch ein genaues Abbild zwischen dem Vitaminstatus und der Krebsinzidenz herausgekommen sein. Nach den Berechnungen von Edward Giovannucci von der Harvard School of Public Health in Boston ist ein Anstieg der (geschätzten) Vitamin D-Spiegel um 1500 IU/die mit einer um 17 Prozent reduzierten Krebsinzidenz und einer um 29 Prozent reduzierten Krebssterblichkeit assoziiert. Bei Krebserkrankungen des Verdauungstraktes wurde sogar eine Reduktion der Krebsinzidenz um 43 Prozent und der Krebssterblichkeit um 45 Prozent errechnet. Bei Menschen mit der geringsten Vitamin-D-Exposition kommt es danach jährlich zu 758 Krebserkrankungen und 326 Krebstodesfällen auf 100.000 Männer. Unter den Männern mit der höchsten Vitamin-D-Exposition waren es dagegen nur 674/100.000 Krebserkrankungen und 272/100.000 Krebstodesfälle pro Jahr.

Nach den enttäuschenden Ergebnissen der Krebsprävention in den letzten Jahren lässt sich aus diesen Daten kaum eine krebspräventive Wirkung einer vermehrten Sonnenexposition oder einer Vitamin-D-Supplementierung ableiten. Angesichts der geringen Kosten von Vitamin D dürfte es aber nur noch eine Frage der Zeit sein, bis prospektive Präventivstudien beginnen. 

Eine in diesem Zusammenhang interessante Fall-Kontroll-Studie wurde dieser Tage auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research in Washington vorgestellt. Julie Knight und Mitarbeiter vom Samuel Lunenfeld Research Institute in Toronto haben 536 Brustkrebspatientinnen nach ihrer Sonnenexposition im Alter von 10 bis 29 Jahren befragt (Abstract No. 4009) In diese Zeit fällt die Entwicklung der weiblichen Brustdrüse. Frauen, die während dieser Zeit häufig im Freien waren und einem Außen-Beruf nachgingen, erkrankten später zu 40 Prozent seltener an Brustkrebs. Auch die Einnahme von Lebertran im Alter von 10 bis 19 Jahren könnte nach den Ergebnissen der Studie eine protektive Wirkung (minus 25 Prozent) haben.

Günstig würde sich ferner das Trinken von Milch auswirken: Mehr als 9 Gläser pro Woche im Alter von 10 bis 29 Jahren waren mit einer Reduktion der Brustkrebserkrankungen um 35 Prozent assoziiert. Ärzte, die daraus Ernährungsratschläge für ihre Patienten ableiten, sollten jedoch bedenken, dass die Beweiskraft von Fall-Kontroll-Studien noch geringer ist als die von Beobachtungsstudien. Nicht überbewertet werden sollten auch die Ergebnisse einer Meta-Analyse, die Cedric Garland unter Mitarbeiter von der Universität von Kalifornien in San Diego auf der Tagung vorstellte. Danach könnte es eine lineare Beziehung zwischen dem 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel im Blut und der Brustkrebsrate geben. Für eine Konzentration von 52 ng/ml errechnen die Autoren eine Reduktion der Brustkrebsrate um die Hälfte. /rme

Links zum Thema

Abstract im Journal of the National Cancer Institute
http://jncicancerspectrum.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/jnci;98/7/451

Editorial im Journal of the National Cancer Institute
http://jncicancerspectrum.oxfordjournals.org/cgi/reprint/jnci;98/7/428.pdf Pressemitteilung des AACR

Pressemitteilung des AACR
http://www.aacr.org/Default.aspx?p=1275&d=603

Abstracts des Kongresses (Suche nach Autoren)
http://www.abstractsonline.com/viewer/?mkey=%7B3B61E356%2D411F%2D435F%2DACCA%2D167F0FDA48AD%7D

Health Professionals Follow-Up Study
http://www.hsph.harvard.edu/hpfs/

Samuel Lunenfeld Research Institute
http://www.mshri.on.ca/


Zwei von drei Deutschen haben Vitamin-D-Mangel
Substitution beugt Stürzen vor

FRANKFURT AM MAIN (ner). Vitamin D hat eine doppelte Wirkung bei Osteoporose: Es ermöglicht die Kalziumresorption im Darm und hat neuromuskuläre Effekte, die Stürze verhindern helfen. Daher sollte es unbedingt Bestandteil der medikamentösen Therapie sein.
Daran hat Professor Johann D. Ringe aus Leverkusen beim Schmerzkongreß in Frankfurt am Main erinnert. Vitamin D bindet an spezielle Hormonrezeptoren der Skelettmuskelzellen und beeinflußt so deren Funktion. Studien hätten ergeben, daß ein Vitamin-D-Mangel die Gangunsicherheit und damit das Sturzrisiko erhöht, sagte Ringe bei einem vom Unternehmen MSD unterstützen Symposium. Zugleich mobilisiert der Körper bei Vitamin-D-Mangel Kalzium aus dem Knochen, was eine Osteopenie verursacht und das Frakturrisiko erhöht.
Daher müsse bei der Osteoporose-Therapie ausreichend Vitamin D substituiert werden, so Ringe. Nach epidemiologischen Daten liegt die Prävalenz des Vitamin-D-Mangels, also eines Plasmaspiegels von weniger als 30 ng/ml, in Deutschland bei 67 Prozent. In einer Studie lag bei nahezu allen der 78 Patienten über 50 Jahre, die wegen einer Fraktur in eine unfallchirurgische Abteilung gekommen waren, der Vitamin-D-Spiegel unter 30 ng/ml, bei der Hälfte sogar unter 15 ng/ml. Günstig für Osteoporose-Patienten, die ein Bisphosphonat benötigen, sei die Fixkombination aus Alendronat und Vitamin D. Sie stehe seit einem halben Jahr als Wochentablette (Fosavance®) zur Verfügung, so der Osteologe. Für Alendronat sei hinreichend erwiesen, daß es die Knochenqualität verbessert, das Frakturrisiko senkt und auch langfristig gut vertragen wird. Die Wochentablette enthält 70 mg Alendronat sowie 2800 I.E. Cholecalciferol.
Ärzte Zeitung, 03.04.2006


Vitamin-D- wirkt entzündungshemmend
bei Herzmuskelschwäche


Weltweit erstmalig fanden Wissenschaftler des Herz- und Diabeteszentrums NRW, Klinikum der Ruhr-Universität, in einer Studie heraus, dass Vitamin D zu einem Anstieg entzündungshemmender Substanzen im Blut und zur Unterdrückung entzündungsfördernder Substanzen führt: Eine positive Nachricht für die rund 22 Millionen Menschen, die an Herzmuskelschwäche erkrankt sind. Die Herzmuskelschwäche ist aufgrund der Altersverschiebung der Gesellschaft eine Erkrankung mit stetig steigender Bedeutung und weist trotz Verbesserungen in der medikamentösen Therapie immer noch eine hohe Sterblichkeit auf - jeder zweite Patient überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht. In Deutschland sterben jährlich 33.000 Frauen und 15.000 Männer an Herzschwäche.

Herzmuskelschwäche und Vitamin-D-Mangel hängen zusammen

Bereits Anfang 2003 fanden Wissenschaftler des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen erstmals deutliche Hinweise, dass eine Unterversorgung mit Vitamin D an der Entstehung der Herzmuskelschwäche beteiligt ist. PD Dr. Oec.troph. Armin Zittermann, Leiter der Studienzentrale, und Dipl. Oec.troph. Stefanie Schulze Schleithoff, Studienmanagerin, stellten fest, dass ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und dem Schweregrad der Herzmuskelschwäche besteht.

Vitamin D fördert entzündungshemmende Stoffe


Jetzt konnte Stefanie Schulze Schleithoff im Rahmen ihrer Doktorarbeit weitere wichtige Zusammenhänge aufdecken. In der Folgestudie, an der 93 Patienten teilnahmen, wurde den schwer herzkranken Menschen entweder Vitamin D oder ein Scheinpräparat (Placebo) verabreicht. Die Wissenschaftlerin fand heraus, dass die Vitamin D-Gabe zu einem Anstieg entzündungshemmender Substanzen im Blut und zur Unterdrückung entzündungsfördernder Substanzen führt. Diese Zytokine zählen zu den Gewebshormonen, die u.a. die Abwehr von Bakterien steuern und koordinieren.

Im Verlauf der Herzmuskelschwäche kommt es jedoch krankheitsbedingt fast immer zu einer überschießenden Ausschüttung entzündungsfördernder Substanzen. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf den weiteren Krankheitsverlauf aus, sondern kann bei den Betroffenen zu einem wahren Teufelskreis führen, da durch die auftretende Herzschwäche die Ausschüttung dieser Gewebshormone weiter ansteigt. Es konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin D das Entzündungsprofil bei Patienten mit Herzmuskelschwäche verbessern kann.

Schwer zu durchbrechender Teufelskreis

"Zukünftig könnte Vitamin D als entzündungshemmende Substanz bei der Behandlung der Herzinsuffizienz von Bedeutung sein. Eine Therapieempfehlung können wir zurzeit aber noch nicht geben. Um unser Ergebnis zu untermauern, sind weitere längerfristige Studien notwendig", erläutert Stefanie Schulze Schleithoff. Auch die Sterblichkeit ließ sich bisher durch die Vitamin D-Gabe nicht reduzieren, da der Teufelskreis, in dem sich die schwer herzkranken Patienten befinden, nur sehr schwierig zu durchbrechen sei. Von größerer Bedeutung ist daher die vorbeugende Wirkung einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung in jüngeren Jahren.

Hintergrundinfo Vitamin D

Vitamin D wird vom menschlichen Körper selbst über die Haut gebildet. 75 bis 90 Prozent des Bedarfs entstehen durch die UVB-Strahlung im Sonnenlicht. Allerdings reicht zwischen Oktober und April die UVB-Strahlung nicht aus, um genügend Vitamin D zu bilden. Doch normalerweise kann der Körper in den Wintermonaten von dem "Vitamin D-Speicher", der während der Sommermonate gebildet wird, zehren. Wer aber seinen Beruf im Büro ausübt und seine Freizeit hauptsächlich vor dem Fernseher oder dem Computer verbringt, bildet zu wenig Vitamin D. Vor intensivem Sonnenbaden raten die Wissenschaftler jedoch ab, da die UV-Strahlung einfach zu gefährlich ist. Der regelmäßige Konsum Vitamin D-reicher Kost ist zu empfehlen. In nennenswerten Mengen ist Vitamin D allerdings nur in fettreichem Fisch, wie Hering, Aal, Makrele und Lachs enthalten. Ratsam sind zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche.
Die Originalarbeit ist im "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht (Vol.83, Nr.4, 2006, S.754-759).
19.06.2006 Infos für Ärzte http://www.journalmed.de
Quelle: Ruhr-Universität Bochum


Keine Zweifel am Nutzen von Calcium plus Vitamin D
Von Professor Johann D. Ringe
Alte Menschen, die ausreichend mit Calcium und Vitamin D versorgt sind, haben ein deutlich geringeres Risiko für nicht-vertebrale Frakturen einschließlich Hüftfrakturen. Sie profitieren besonders dann von einer solchen Therapie, wenn sie bereits eine Osteopenie, Frakturen in der Anamnese und/oder ein erhöhtes Sturzrisiko haben. Daran ändern auch mehrere neue Studien nichts, die die Bedeutung von Calcium und Vitamin D bei älteren Menschen auf den ersten Blick in Frage stellen.
Die Bedeutung einer optimalen Versorgung mit Calcium und Vitamin D bei alten Menschen ist erstmals 1992 in einer französischen Studie nachgewiesen worden: Bei über 75jährigen, im Altenheim lebenden, noch mobilen Frauen ist nach bereits 18 Monaten Therapie mit täglich 800 IE Vitamin D und 1200 mg Calcium die Rate aller nicht-vertebralen und speziell auch der proximalen Femurfrakturen signifikant geringer als mit Placebo (NEJM 327, 1992, 1637).
Von diesem Zeitpunkt an galt, daß Calcium (Ca) plus Vitamin D (D), ähnlich dosiert wie in der Studie, besonders bei älteren Patienten mit sehr wahrscheinlicher Ca/D-Unterversorgung nicht-vertebrale Frakturen verhindern kann. Ein Schutz vor Wirbelkörperfrakturen wurde allerdings nicht nachgewiesen. Dennoch wird Ca/D allgemein als Basistherapie bei Osteoporose empfohlen: Es sollte in der Regel zu jeder spezifischen Behandlung mit Bis-phosphonaten, Raloxifen, Parathormon, Strontiumranelat, Fluor oder Calcitonin hinzugegeben werden.
Der Nutzen von Calcium für den Erhalt fester Knochen ist bereits seit langem anerkannt. Wie wichtig Vitamin D als Kombi-Partner von Calcium ist, wurde erst in den letzten Jahren zunehmend erforscht. Vitamin D sowie dessen aktive Endform, das D-Hormon, tragen vermutlich durch multiple ossäre und muskuläre Effekte besonders zur Reduktion nicht-vertebraler Frakturen bei.
Vitamin D stimuliert die enterale Calcium-Resorption und den Einbau von Calcium in die Knochenmatrix, hemmt die Überfunktion der Nebenschilddrüsen und wirkt auf den Knochenumbau zugleich antiresorptiv und leicht anabol. Ein Vitamin-D-Mangel führt zu Muskelschmerz, -schwäche und -funktionsverlust, begünstigt also Stürze und Frakturen. Es wurde gezeigt, daß eine ausreichende Versorgung das Gegenteil bewirkt.
In den vergangenen Monaten sind mehrere Studien publiziert worden, die auf den ersten Blick die Bedeutung von Ca/D bei der Osteoporose-Prävention und -Therapie in Frage stellen. Eine davon ist die Studie RECORD (Randomised Evaluation of Calcium OR vitamin D): Es hatten 5292 über 70jährige Personen (85 Prozent Frauen) daran teilgenommen, die eine Fraktur ohne hohen Kraftaufwand erlitten hatten. Sie wurden mit Calcium, Vitamin D, der Kombination Ca/D oder mit Placebo behandelt (Lancet 365, 2005, 1621).
Nach zwei bis fünf Jahren gab es in den vier Gruppen keine signifikanten Unterschiede bei Frakturinzidenz, Sturzrate, Lebensqualität und Sterberate. Die Autoren folgerten, daß eine Therapie mit Ca, Vitamin D oder der Kombination allein nicht ausreicht, um bei Personen wie bei den Teilnehmern der RECORD-Studie neuen Frakturen vorzubeugen.
Ein Problem dieser Studie ist die schlechte Compliance der Patienten. Nach nur zwei Jahren hatten bereits mehr als 50 Prozent die Therapie abgebrochen. Zudem schlugen vermutlich weitere fraktursenkende Faktoren außer der Ca/D-Einnahme zu Buche. So erhielten viele Studienteilnehmerinnen eine Hormonersatztherapie, und sie hatten einen relativ hohen BMI. Auch waren die Probanden im Mittel sieben Jahre jünger als die der französischen Studie, so daß ein Vitamin D-Mangel zu Studienbeginn weniger wahrscheinlich war.
Eine noch wesentlich jüngere Patientengruppe wurde in der WHI-Studie untersucht (NEJM 354, 2006, 669). 36 282 Frauen bekamen randomisiert entweder 1000 mg Calcium plus 400 IU Vitamin D oder Placebo. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug sieben Jahre. Zu diesem Zeitpunkt hatten Frauen mit Verum eine um 1,06 Prozent höhere Knochendichte am proximalen Femur, es gab jedoch keinen Unterschied bezüglich der Inzidenz von Hüftfrakturen.
Die Frauen in dieser Studie waren bei weitem zu jung, sie hatten also ein viel zu geringes Risiko für Hüftfrakturen, um einen Schutzeffekt von Ca/D belegen zu können. Zudem wird eine Dosis von 400 IE Vitamin D pro Tag heute als eher zu gering eingestuft. Nach US-amerikanischen Metaanalysen sind pro Tag mindestens 800 IE nötig. Dennoch fand sich in einer Subgruppe älterer Probanden ein signifikanter Effekt auf nicht-vertebrale Frakturen.
Vor kurzem ist eine weitere Arbeit zum Thema erschienen (Arch Intern Med 166, 2006, 869). 1460 Frauen über 70 Jahre - ohne Vitamin-D-Mangel - nahmen zweimal täglich 600 mg Calcium oder Placebo ein. Ergebnis: Calcium schützt die Knochen, aber nur bei guter Compliance! Lediglich bei den 830 Frauen, die mindestens 80 Prozent der Tabletten eingenommen hatten, war die Rate der osteoporotischen Frakturen nach fünf Jahren Calcium-Einnahme signifikant geringer als mit Placebo.
Bei genauer Betrachtung geben die neuen Studien keinen Anlaß, die Bedeutung einer ausreichenden Ca/D-Versorgung jetzt geringer einzuschätzen als bisher. Die tägliche orale Einnahme von Ca/D senkt bei älteren Menschen das Risiko für nicht-vertebrale Frakturen und speziell auch für proximale Femurfrakturen umso wahrscheinlicher, als eine Unterversorgung mit Calcium und/oder Vitamin D vorliegt Calcium in einer Dosierung von 1000 bis 1200 mg pro Tag und Vitamin D in einer Dosierung von 800 bis 1000 IE eingenommen wird  eine langfristige optimale Compliance sichergestellt ist und die Probanden eines oder mehrere der nachfolgenden Risiken aufweisen: Osteopenie, Frakturen in der Anamnese, erhöhtes Sturzrisiko.
Damit gilt, daß statistisch der mögliche präventive Nutzen von Ca/D mit dem Lebensalter steigt, da die Wahrscheinlichkeit, daß diese Bedingungen erfüllt sind, mit dem Lebensalter steigt. Auf jeden Fall verordnet werden sollte Ca/D als Basistherapie zusätzlich zu jeglicher spezifischer Osteoporose-Medikation.
Denn, zur Erinnerung: In den entsprechenden großen Zulassungsstudien wurde das jeweilige Medikament stets in Begleitung von Ca/D gegeben wurde. Die Kontrollgruppen erhielten Ca/D als "Placebo". Die Frage, ob in echten Placebo-Gruppen noch mehr Frakturen aufgetreten wären, läßt sich nicht beantworten. Vieles spricht jedoch dafür, daß bei speziellen Hochrisikogruppen in höherem Lebensalter die Ca/D-Basistherapie bereits einen gewissen Effekt auch auf vertebrale Frakturen haben könnte.
Ärzte Zeitung, 04.09.2006
Professor Johann D. Ringe, Medizinische Klink IV, Allgemeine Innere Medizin, Klinikum Leverkusen, E-Mail-Adresse: ringe@klinikum-lev.de


US-Forscher identifizieren kontrollierbaren Risikofaktor

Vitamin D halbiert Risiko für Pankreaskrebs

Eine US-Studie ergab, dass Personen, die Vitamin D einnehmen, nur halb so wahrscheinlich Pankreaskrebs bekommen

13.09.06 - Halcyon Skinner von der Northwestern University in Chicago und sein Forscherteam wollen jetzt prüfen, ob auch Vitamine aus der Nahrung und aus Sonnenlicht das Risiko für Pankreaskrebs senken können. Die Forscher untersuchten die Daten zweier großer Langzeitbeobachtungen mit über 46 000 Männern zwischen 40 und 75 Jahren und über 75 000 Frauen zwischen 38 und 65 Jahren.
Personen, welche die empfohlenen 400 I.E. Vitamin D pro Tag einnahmen, wiesen ein 43 Prozent geringeres Risiko für den Krebs der Bauchspeicheldrüse auf. Jene, die weniger als 150 I.E. pro Tag einnahmen, hatten immerhin ein um 22 Prozent reduziertes Risiko. Die Einnahme über 400 I.E Vitamin D pro Tag konnte das Risiko aber nicht zusätzlich senken, schreiben die Forscher im Journal „Cancer Epidemiology Biomarkers and Prevention“.
http://www.aerztlichepraxis.de